Friedenssehnsucht

Es ist Weihnachten, das Fest der Liebe ist da. Die schönste Zeit im Jahr, wird sie genannt. Und das kann es auch sein, aber durch den Druck , den wir uns meist selber machen, geht jeder Weihnachtszauber flöten. Schade eigentlich.
In den letzten Jahren hab ich mir viele Gedanken darüber gemacht. Wie will ich diese Zeit feiern? Und was bedeutet Weihnachten eigentlich für mich ganz persönlich? Wie haben wir früher gefeiert? Was fand ich gut daran? Was nicht so gut? Wie möchte ich gestalten? Oder ist es doch viel schöner, das der Weihnachtszauber einfach so kommen kann....
Aber wie geht das nur???? Wie mache ich es denn nun richtig?

25.12.2018   ·   Frieden,weihnachten,versagen,Loslassen

Ich weiß es nicht. Ehrlich, ich kann’s euch nicht sagen. Vielleicht ist es die Summe an meinen Erfahrungen, Entwicklungen, Scheitern und alles was ich bisher erlebt, durchdacht, gesagt, gelassen, gewünscht, gehofft habe......
Es wird wohl immer ein Geheimnis bleiben, dieser Frieden an Weihnachten, wir können ihn nicht herstellen, aber wir können ihn zulassen. Er ist ein Geschenk. Und das ist dann doch schwerer, als gedacht.
Zu Weihnachten rasselt auf einmal ein Erwartungsdruck auf uns ein, der mit Werbung, perfekt inszenierten socialmedia Bildern und das was wir von früher her kennen, noch verstärkt wird. Warum nur lassen wir uns jedes Jahr aufs neue davon beeindrucken und vorallem verrückt machen. Warum lassen wir uns so von dem eigentlichen Sinn von Weihnachten wegbringen?

ver·rückt
Adjektiv°SALOPP°krankhaft wirr im Denken und Handeln

Das trifft es, krankhaft wirr im Denken und Handeln. Fast wie ferngesteuert, reagieren wir nur noch. Also ich kenne das gut, der kleinste Pups brachte mich (und das auch dieses Jahr wieder....) zum explodieren. Dieses Jahr Gott sei Dank nur in einer kleinen Zeitspanne ( die mein Mann und ich immer mal wechselten, jeder ist ja schließlich mal dran...), aber dennoch sehr ferngesteuert und höchst nervig. Was ist das nur???

Es ist diese Sehnsucht nach heile Welt, nach tiefe Annahme und Frieden. Das kann man sich doch mal wünschen, ist doch nicht zuviel verlangt, oder?! Ich wünsche es mir so sehr, das es eben nicht gelingen will. Es ist so Schade.

Aber mächtig stolz bin ich mit den Vorbereitungen auf das schönste Fest des Jahres. 2 Wochen vorher habe ich über einen Onlineanbieter alle Geschenke bestellt, dessen Name ich mich fast schäme (ich schäme mich wirklich dafür), dem ich aber trotzallem ein Dankeschön aussprechen möchte, denn es sind alle noch rechtzeitig angekommen (trotz Mitarbeiterrstreik). Am 20.12. habe ich mich dann für ein Festessen entschieden, Hirschbraten (vom besten Fleischer der Stadt wohlbemerkt, Achtung Werbung: Fleischerei Materne), aber mit Päckchenklößen (die ausgesprochen lecker waren), selbstgemachte Rotkraut (dauert ja wirklich nicht lange) und Sauerkraut (da hat mein Mann das „in 3 min fertig“ erwischt, ich hatte vergessen frisches zu besorgen).
Es war wirklich sehr schmackhaft.
Bis zum Samstag war ich auch noch tiefenentspannt (ja, wirklich.....ich weiß auch nicht, wie ich das gemacht habe), aber am Sonntag (1 Tag vor Weihnachten) kippte es irgendwie, und ich kann euch nicht sagen, warum. Ich habe nur gemerkt, das es so ist.

Selbst mit Samthandschuhen und Liebesgeseusel hätte es sich nicht geändert (obwohl das sicher auf einen Versuch ankäme). Anmerkung für meinen Mann: Kannst du ja mal ausprobieren nächstes Jahr, zum Fest der Liebe.

Meist (immer) liegt es aber doch bei jedem selbst (indem fall an mir).
Das Geheimnis liegt wohl im Loslassen, glaube ich. Erwartungen, Wünsche, Sehnsüchte, Ängste, Vorstellungen, .....
Wenn ich mich auf das Kind in der Krippe schaue und all die irdischen Dinge loslasse, dann kann Gott in unserem Leben Veränderung schaffen. Auch wenn wir erstmal scheitern und unseren Erwartungen und Vorstellungen Zuviel Aufmerksamkeit geben, es ist nie zu spät umzukehren. Es ist ein aufeinander zugehen (ja, auch das ist schwer....besonders bei ganz engen Beziehungen), immer wieder, denn wir werden immer wieder scheitern, Fehler machen, verrückt werden.
So kommt der Weihnachtsfrieden nicht nur an diesem besonderen Fest zu uns (wenn wir loslassen und Empfangsbereich sind), sondern jeden Tag. Denn sollte nicht jeder Tag, ein Tag der Liebe sein (ohje, das klingt nach ganz viel Druck, ich weiß ).

Ich glaube, das diese Sehnsucht in jedem Menschen reingelegt wurde, und das es ein großer Wunsch nach Annahme, gesehen werden und bedingungsloser Liebe ist. Ich habe diese Sehnsucht und weiß, das diese nur von eben dem Kind in der Krippe ausgefüllt werden kann und dessen Vater. So ist es zumindest bei mir. Einen Menschen, der mir das geben kann, habe ich noch nie kennengelernt, oder von jenem gehört.

Dennoch hatte ich einen schönen, liebevollen Heiligen Abend mit meinem Mann (der es nicht immer leicht mit mir hat, und ich nicht mit ihm....), unseren 3 wundervollen Kindern Marta, Thea und Samuel und meinen Eltern ( mein Vater hat mir gestern erzählt, das es der 2.Heiligabend war, andem er nicht zuhause gefeiert hat: Armee und gestern, wow....).
Es war ein sehr friedvoller, heiliger Abend mit tiefer Annahme, Lachen, Singen, leckerem Essen und Freude. Dafür bin ich Gott sehr dankbar.
Auch wenn es heute öfter mal gekrieselt hat zwischen meinen Mann und mir.....ich weiß das der Frieden wieder einziehen wird (loslassen.....was ja nicht immer leicht ist, wir sind noch in der Einübung).
Gott hat schon so viel bei uns verändert, das ich ihm alles zutraue. Und alles zu unserem Besten dient.

Ich wünsche euch Tage des loslassens und voll von Liebe und aufeinander zugehen (und der Einübung).
Ich übe fleißig weiter, das es nächstes Jahr besser klappt. Oder ich lasse den Weihnachtsfrieden einfach so zu uns kommen, so ganz ohne Anstrengung und so.......

Liebste Wohlfühlgrüße von Anne

Kommentare

S. Johannis

Gesegnete Weihnachtstage. Ich war dieses Jahr tiefenentspannt, der Familienzauber ist eh dahin. Tiefen Frieden habe ich schon am dritten Advent empfunden, als der erste Schnee fiel, während ich in der Sauna entspannen konnte.
Sandra

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